Allgemein · Blogbeiträge

Auf den Hund gekommen?

Hier möchte ich euch erzählen, wie wir auf den Hund gekommen sind. Oder besser gesagt, wie wir zu Loki kamen 🙂

Am Anfang von Allem stand meine Liebe zu Hunden. Ich war schon immer ein großer Tierfreund (eigentlich sogar der Größte 🙂 ) und gerade Hunde sind für mich etwas ganz wundervolles. Wie sagte Loriot so schön: „Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos.“ (na gut, im Originalen ist es der Mops). Genau so sehe ich das auch. Da ich damals bei meiner Oma mit deren Cockerspaniel Benji groß geworden bin und mich meine ganze Kindheit und Jugend bereits zwei Sheltiedamen begleitet haben, war klar, dass ich nicht lange ohne Hund leben kann.

Der Wunsch nach einem eigenen Hund, für den ich die volle Verantwortung trage, wurde nach dem Tod meiner beiden Kleinen immer größer. Gleichzeitig brauchte ich aber die Zeit, um Abschied zu nehmen. Das ist ein Prozess, der noch immer nicht beendet ist, waren sie doch 14 Jahre lang an meiner Seite.

DSCF2544
Meine Damen ( v. links ) Luna und Lady im Alter von etwa 12 Jahren.

Wenn man darüber nachdenkt, sich einen Hund zu holen, sollte man natürlich einiges bedenken. Damals als Kind oder Teenie ist sowas meist schnell beantwortet, da die Eltern (sind wir mal ehrlich) die Hauptverantwortung tragen und die Hunde meistens auch dort bleiben, sobald die große weitere Welt ruft für eine Ausbildung oder ein Studium. So war es auch bei uns damals. Nun sah die Ausgangssituation aber anders aus. Mein Freund und ich leben in einer Terrassenwohnung (vor der Anschaffung eines Hundes immer den Vermieter mit ins Boot holen!), er arbeitet Vollzeit in einer großen Firma, wo ein Hund nicht mit ins Büro kann und ich mache ein duales Studium, wechsle also Arbeit und Studium ab. Die Fragen, die mir im Kopf schwirrten, waren:

Habe ich die Zeit für einen Hund? Wie bringe ich Beruf und Hund unter einen Hut? Kann ich mir Futter, Tierarzt, Versicherung und Steuern eigentlich leisten? Bin ich bereit bei Wind und Wetter spazieren zu gehen? Kann ich den Hund auslasten, ihm das geben, was er -rassebedingt natürlich- braucht? Was passiert, wenn ich mal in den Urlaub möchte – ist dann jemand da, der sich kümmern kann? Da sind Fragen über Fragen und tausend Gedanken, die einem im Kopf umschwirren. Das Wichtigste sollte nämlich immer sein, dass es dem Tier gut geht.

Nun ist es so, dass mein Wunsch nach einem Hund riesig war, mein Freund aber gar keinen Hund wollte. Das Thema kam in den letzten Jahren immer wieder auf, da ich es nicht lassen konnte ab und zu nachzuhaken, ob sich seine Meinung geändert hat. Dem war leider nicht so. Ich kann es ihm auch nicht verübeln, er wuchs nicht mit Hunden auf und seine Eltern haben einen Kater – also eher die Katzenfraktion. Ich bin allerdings vom Charakter sehr durchsetzungsstark und zielstrebig, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe. Zudem kann ich sehr überzeugend sein, habe ich gehört ;).

Getreu dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ bearbeitete ich ihn von Zeit zu Zeit immer wieder mit meinem Traum vom Hund. Mal ein süßes Foto von einem Welpen hier, ein Video dort und – ganz wichtig – Erfahrungsberichte von anderen Hundebesitzern. Auch das hypothetische Beantworten der ganzen Fragen, die ich oben erwähne, war wichtig. Gerade die Frage nach der Betreuung, wenn wir beide arbeiten und die finanzielle Absicherung waren schwierig zu beantworten. Ich suchte nach einer Lösung.

Da ich derzeit ein duales Studium mache, verdiene ich zwar Geld, jedoch nicht so viel, wie üblich. Es gibt Monate, in denen ich sehr viel zu Hause bin und dann wieder Monate, wo ich normal arbeite. Da mein Freund und ich jeweils flexible Arbeitszeiten haben und für mich nach Beendigung des Studiums große Chancen auf einen Arbeitsplatz mit Hund bestehen, war die Herausforderung der Vereinbarkeit von Hund und Beruf gar nicht mehr sooo groß. Für die Tage, in denen es tatsächlich schwierig würde, wären meine Oma und mein Vater bereit, sich zu kümmern. So würden wir es schaffen, dass der Hund nicht zu lange alleine bleiben müsste.

Nun fing mein Freund an sich mit dem Thema Hund zu beschäftigen und ein leichter Funkte von Hoffnung kam in mir auf, als er sagte „Mal angenommen, wir holen uns einen Hund.. warum muss es dann ein Sheltie sein? Vielleicht möchte ich lieber eine andere Rasse. Zum Beispiel einen Mops?

115190677_760x570
Das Buch „Sheltie“ über Charakter, Erziehung und Gesundheit von Andrea Bruch und Astrid Ruckmich

Bingo, der Gedanke war da, nun hieß es dran bleiben 🙂 Ich war tatsächlich sehr festgelegt mit der Rasse, es sollte definitiv ein Sheltie sein. Diese kleinen Wesen haben mich mit ihren Charaktereigenschaften in seinen Bann gezogen, da war ich gerade einmal 10 Jahre alt. Für mich kam kein anderer Hund in Frage. Meinem Freund zu liebe gingen wir aber ein paar andere Hunderassen durch, um zu schauen, ob sie zu uns und unserem Leben passen würden.

Jeder Hund ist natürlich anders, aber bestimmte Rassen habe besondere Bedürfnisse. Es war klar, dass wir keinem Husky oder Bordercollie gerecht werden konnten, haben die doch ein sehr starkes Bedürfnis nach Beschäftigung und Bewegung. Ein zu „fauler“ Hund war aber auch nichts, wollte ich doch Tricks beibringen und zumindest ein bisschen Hundesport betreiben. Ein Jagdhund kam auf Grund meiner Liebe zum Spaziergehen ohne Leine (dabei ist sie natürlich immer) auch nicht in Frage. Außerdem liebe ich Hasen, Rehe und alles, was dieser Hund gerne jagen würde – keine gute Kombination.

Zu wenig Fell war auch nicht meins, da ich gerne Kuschel und kein Problem mit regelmäßigem Bürsten habe. Mein Freund merkte relativ schnell, dass mir keine andere Rasse gerecht werden würde und als er sich intensiver mit dem Shetland Sheepdog befasste und dann auch noch die verschiedenen Fellfarben entdeckte, war die Wahl gar nicht mehr so schwer: ein Sheltierüde in der besonderen Farbe Bluemerle!

 

Sheltie Farben
Die verschiedenen Fellfarben des Shelties

Das alles hört sich nun sicherlich so an, als hätte ich ihn überredet. Dem ist nicht so. Dies hier ist eine Zusammenfassung von einem langen Zeitraum, vielen Gesprächen, einigen Tränen, schlaflosen Nächten und einer gut überlegten Entscheidung am Ende. Für mich stand fest: wenn er nicht selbst überzeugt ist und dieser Wunsch nicht auch in ihm größer wird, sonder nur in mir existiert, wird es keinen gemeinsamen Hund geben.

Ein Hund ist ein Familienmitglied und sollte von jedem gewollt sein und auch geliebt werden, anders war es für mich nicht vorstellbar. Der Wunsch nach einem Sheltie wurde bei meinem Freund mit der Zeit von ganz allein größer und wir beschlossen, auf die Suche nach einem Züchter zu gehen. Ich konnte mein Glück kaum fassen 🙂

Wir entschlossen uns dazu im Sommer 2018 einen Welpen aufnehmen zu wollen, da wir dort die Möglichkeit hatten 3 – 4 Wochen Urlaub am Stück zu nehmen, um den Welpen einzugewöhnen und natürlich auch stubenrein zu bekommen. Ich recherchierte viel auf den Internetseiten des VDH „Verband für das deutsche Hundewesen“ und dem SSCD, dem „1. Shetland Sheepdog Club Deutschland e.V.“. Uns war es wichtig einen Hund mit guten Gesundheitswerten aufzunehmen, da gerade auch Shelties anfällig sind für beispielsweise Augenkrankheiten oder Hüftprobleme. Es ging nicht darum, dass wir keinen Mischling möchten, sondern dass uns eine spontane Verpaarung zweier Shelties ohne Papiere zu heikel war. Daher empfiehlt es sich bei einem Rassehund einen eingetragenen Züchter aufzusuchen.

Wir hatten die Qual der Wahl, allerdings merkten wir schnell, dass ein Bluemerlesheltie in Norddeutschland so gut wie kaum auffindbar war. Die Züchter, die auf Grund der Internetseite oder des Telefonats einen sehr guten Eindruck machten, waren mindestens 500 km wenn nicht mehr von uns entfernt. Aber auch das würden wir in Kauf nehmen, suchen wir doch einen Freund an unserer Seite für 15 Jahre. Auch die Tatsache, dass der Abgabetermin in einen bestimmten Zeitraum im Sommer liegen musste, machte die Suche nicht leichter. Tatsächlich ließen wir uns aber für ein paar geplante Würfe auf die Warteliste setzen. Der Gedanke daran, noch ein 3/4 Jahr auf einen Welpen warten zu müssen, fiel mir sehr schwer. Die Eigenschaft „Geduld“ habe ich leider nicht abbekommen :(. Und dann kam alles anders…

Eine Züchterin, die vor ein paar Wochen einen Wurf bekommen hatten mit Tricolor und Bluemerle Welpen hatte nur eine Handynummer angegeben – keine Website. Irgendwie hielt mich das davon ab, sie zu kontaktieren, hat doch heute jeder eine Website, oder? Eines morgens lag ich noch im Bett, da meine Vorlesungen an diesem Tag ausfielen und irgendetwas in mir verleitete mich dazu, einfach anzurufen. Man sollte dazu wissen, dass die Abgabe der Welpen kurz vor Weihnachten wäre. Über die Feiertage haben wir beide Urlaub und ich sagte mir „wenns passt, dann wäre es tatsächlich möglich einen Welpen aufzunehmen“. Wir hatten nie darüber nachgedacht, weil Sheltiewelpen sehr schnell versprochen und vergeben sind. Ist der Wurf erst mal da, hat man kaum eine Chance, daher rechnete ich mir kaum eine aus.

Der Wurf sollte zwei Hündinnen in unserer Wunschfarbe haben, ich versuchte also mein Glück. Die Dame am Telefon, Bianca, teilte mir mit, dass beide bereits fest vergeben sind, der Tricolor Rüde ebenfalls. Allerdings hat am Abend vor meinem Anruf die zukünftige Besitzerin des Bluemerle Rüden aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen. Ein Rüde kam für mich nicht in Frage, ich hatte doch vorher zwei Hündinnen. Das waren aber auch die einzigen Gründe dafür, ich konnte es gar nicht richtig benennen.

Wir sprachen länger und es war ein wahnsinnig nettes und herzliches Gespräch. Spontan entschied ich mich dazu, dennoch nach Fotos von dem Kleinen zu fragen (die waren zu dem Zeitpunkt knapp 6 Wochen alt) und ein paar Charaktereigenschaften der Mutter, des Vaters und des Kleinen zu erfahren. Wir verabredeten uns am Abend noch einmal zusammen mit meinem Freund zu telefonieren, wenn wir die Bilder gesehen und in Ruhe nachgedacht sowie weitere Fragen notiert hatten.

IMG_4552
Der kleine Pirat ist etwa 1 Woche alt.
IMG_4554
Er hatte es immer schon gerne gemütlich 🙂

Tja, was soll ich sagen… ich sah die Bilder von diesem kleinen zarten Wesen, als er ein paar Stunden alt war, ein paar Tage, ein paar Wochen und ein aktuelles mit 6 Wochen. Ich war sofort verliebt. In mir tanzten Schmetterlinge und ich konnte nicht aufhören ihn anzuschauen – sein Blick hatte etwas ganz besonderes! Meinem Freund ging es ganz genauso. Wir befanden uns also 1 Woche später auf der Autobahn Richtung Frankfurt, was für uns eine 6 stündige Fahrt bedeutete, um „Admiral“ – sein Züchtername – kennenzulernen und festzustellen, ob er zu uns passt und Bianca und ihr Mann uns als zukünftige Sheltiebesitzer in Betracht zogen 🙂

Die Kleinen wurden an dem Tag geimpft und waren dadurch etwas weniger aufgeweckt, als üblich, aber das machte uns nicht aus. Wir waren sofort verzaubert, als diese vier kleinen Wonneproppen uns an der Haustür begrüßten! Sie waren so klein, weich und absolut liebenswürdig! Und da war er nun… unser Traum in Blau. Auf einmal war es mir völlig egal, ob es einen Hündin oder ein Rüde ist – es ist vermutlich wie mit eigenen Kindern. Lieben tun wir sie alle, egal was es wird :). Er war ein wenig schüchtern, was absolut typisch für die Rasse ist, verschmußt und verspielt. In der Gruppe waren die Mädels die Raufbolde und unser Kleiner Wunschkandidat lag gerne auch einmal mal daneben, beobachtete das Treiben und kaute auf seinem kleinen Ball herum. Es war zauberhaft mit anzusehen.

Kurz nach der Geburt
Die vier Welpen noch mit geschlossenen Augen. Es ist der A-Wurf.

 

Und was soll ich euch sagen, wir hatten einen wundervollen Tag zusammen mit Bianca und Leo und es war ganz schnell klar, dass wir verliebt sind. Die beiden brachten zum Ausdruck, dass sie sich keine besseren Besitzer für den kleinen Piraten vorstellen könnten und sie würden sich freuen, wenn wir uns die kommenden Tage mit einer Entscheidung melden. Wir vereinbarten, tatsächlich eine Nacht darüber zu schlafen (unsere Erfahrung zeigt, dass es wichtig ist, egal wie euphorisch man zu Anfang sein mag) und uns dann telefonisch melden.

Wir riefen am nächsten Morgen um 10.00 Uhr morgens an mit dem Wunsch ihn zu nehmen. Ab da ging alles ganz schnell, denn eine Woche später war schon der Tag, an dem alle Welpen in ihr neues zu Hause durften. Es hieß also die Welpenerstausstattung einkaufen (dazu kommt gerne noch einmal ein separater Blogeintrag), unsere Eltern die freudige Nachricht überbringen, einen Namen zu finden (auch hierzu werde ich separat etwas schreiben, es war wahnsinnig schwierig kann ich aber vorweg nehmen) und versuchen sich in Geduld zu üben. Ihr glaubt nicht, wie lange eine Woche sein kann… 🙂 Am 16. Dezember 2017 war es dann soweit, wir holten Loki zu uns nach Hause.

Lokis Fahrt nach Hause
Loki auf der Heimfahrt in seiner Box.

Es war die beste Entscheidung, die wir hätten treffen können und einer der schönsten Tage in meinem bisherigen Leben – er ist unser kleiner Pirat, unser süßes Knuffelchen, unser Ein und Alles. Unsere große Liebe auf 4 Pfoten!

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s